so. das musste mal gesagt werden.

wenn man einer örtlichen tageszeitung schreibt: „mensch, redaktion, wir haben da in der stadt was tolles aufgebaut. ein großflächiges wlan mit freiem internetzugang, was jeder einfach so nutzen kann. das ganze wird jetzt genau ein jahr alt. trefft euch doch mal mit uns. sprecht doch mal mit uns. schreibt doch mal was darüber. das ist in deutschland nämlich echt mal was nicht ganz alltägliches.“ und es passiert daraufhin genau _GARNICHTS_, dann ist das bestimmt nur diese journalistische unabhängigkeit, die sie schützen möchten. da kann man sich nicht einfach mal einen ausführlichen bericht _wünschen_. wo kämen wir denn da hin!?
das ganze hat dann selbstverständlich mit ignoranz, arroganz oder hochnäsigkeit oder gar mit dem nicht vorhandenen wettbewerb am ort, nicht im geringsten was zu tun…

den hinterglasrechner in der tasche

wir haben hier in rothenburg ob der tauber eine wundervolle, regionale tageszeitung. die redaktion bemüht sich sehr um die deutsche rechtschreibung und vor allem um den erhalt der deutschen sprache!

anglizismen gelten im lokalteil daher als verpönt und werden eingedeutscht. aus dem „mountainbike“ wird das „bergfahrrad“, das „internet“ wird als „weltnetz“ bei der rechtsextremen szene entlehnt, die diesen begriff gerne gebraucht, (wobei z.b. dem verein deutsche sprache das „internet“ nicht per se ein dorn im auge ist), „notebooks“ bzw. „laptops“ werden zum „klapprechner“, die „website“ zum „netzstandort“. man kann dazu stehen wie man möchte.

als vor kurzem in einem artikel zwar das „smartphone“ zum „intelligenten rechnertelefon“ wurde, apples „ipad“ jedoch seinen namen behielt, fühlte ich mich unmissverständlich aufgefordert, für die gattung der tablet-computer (tablettrechner) und im speziellen das ipad, den begriff „hinterglasrechner“ zu etablieren.

und um den suchmaschinen zum thema „hinterglasrechner“ einen weiteren anhaltspunkt zu bieten, musste nun dieser blogpost (netztagebucheintrag) sein.

studentisches weihnachtskochevent 2008 #swke08 #eswke08

gut, die studentenzeit liegt bei uns ja schon ca. acht, neun jahre zurück. dennoch haben wir seit – oh ich glaube wir haben dieses jahr 10-jähriges jubiläum – die schöne tradition, die sich zu studentenzeiten entwickelt hat, beibehalten können.

so treffen sich also jedes jahr am wochenende des 2. advent – es sei denn der 6. dezember fällt in dieses – der olli, der michel, der gerd, der detlef, der christoph, der andere michel und ich, zum gemeinschaftlichen großen aufkochen, trinken und reden bei einem von uns. spärliche ausfälle einzelner, wegen der witterung oder plötzlicher vaterschaften gab es natürlich schon, in der regel sind aber alle am start. dieses mal geht es also heute nachmittag zum detlef, irgendwo zwischen ingolstadt und münchen.

kochen bei diesem event ist nicht einfach pizza in den ofen oder ravioli auf den herd, wie es studenten dem klischee nach eben gerne tun. wir kochen fünf-, sechs-, sieben-gänge-menüs und trinken passende weine dazu.
das maximale waren mal 8 gänge. wir haben mittags um zwei angefangen zu kochen und waren nachts um drei am nachtisch. leider hatten wir die gänseleberpastete an diesem event völlig überwürzt. das war echt schade drum, weils ein heidenaufwand war. naja. nächstes mal sorgen wir für eine feine gewürzwaage. das passiert nicht noch mal.

vor zwei wochen haben sich michel, michel, olli und ich zur telefonkonferenz verabredet, um doch noch ein schönes menü fest zu zurren. zu lange hatten wir uns dieses jahr zeit gelassen aber dann wurde recht kurzfristig doch noch was ordentliches draus und so kochen wir diesmal:

  • 1. vorspeise: klare ochsenschwanzsuppe
  • 2. vorspeise: gebratene gänseleber mit äpfeln und trauben, dazu ackersalat
  • 1. zwischengang: steinbutt auf zitronenspaghettini mit gebratenem fenchel und
    cocktailtomaten
  • 2. zwischengang: lammfilet mit kaffeegewürz auf curryschaum mit zweierlei linsen
  • 3. zwischengang: orangen-wodka-sorbet
  • hauptgang: filet vom rind gestopft mit allerlei gemüse
  • nachtisch: eine auswahl von käse und wurst

zu jedem gang gibt es nach bedarf selbst gebackenes olli-brot und wie es sich für ein kochevent gehört, werden natürlich auch z.b. die spaghettini selbst gemacht.

ich freu mich in jedem fall sehr darauf, alle wieder zu sehen. heute gegen 13 uhr mache ich mich los, um mich eine dreiviertel stunde weiter mit zwei anderen zu treffen. gemeinsam machen wir uns dann auf den weg zu einem schönen event.

seit ein, zwei jahren gibt es jetzt auch das (ex)-studentische sommergrillen, weil wir festgestellt hatten, dass _ein_ solches event im jahr eigentlich zu wenig ist. da wird dann aber nicht aufwändig gekocht, sondern nur grob gegrillt. dafür bleibt dann mehr zeit für das „socializing“ und ein riesenspaß ist es eh jedes mal.

»reichhaltig« ist das »fett« der werber

zugegeben ich hab mich vertan: ich wollte nicht die mit der milch-creme-füllung kaufen, sondern die schokoladigen. die rede ist von den „für kinder hörnchen“ von kuchenmeister.

weil die dinger allerdings schon mal gekauft waren, wurden sie dann doch auch probiert und ich muß sagen, die milch-creme war.. ja… ehmm… die war wirklich… äh… und weil die milch-creme-füllung so abgrundtief … ähm… naja… abgrundtief eben war, hab ich mir das produkt etwas näher angesehen und mir gedanken über all die schönen worte gemacht, die die werber da so auf die packung gekleckselt haben.

ansgesichts der erfahrungen mit der füllung erscheint die aufschrift „croissant mit reichhaltiger milch-creme-füllung“ auf der packung in einen ganz neuen licht! »reichhaltig« muß in der werbersprache offenbar das wort für »fett«, »sehr fett« oder »unmäßig fett« sein. man kanns wirklich nicht anders umschreiben. so besteht die milch(!)-creme dann auch aus pflanzlichem fett, zucker, 10% vollmilchpulver, laktose, molkenerzeugnis…

auch die formulierung „milch-creme mit 30% milch-bestandteilen“ kommt mir in dem zusammenhang völlig komisch vor. wenn es milch wäre, dann könnte man das kind doch auch einfach so nennen. aber „milch-bestandteile“ heißt doch – so wie ich die jungs aus der lebensmittel-chemie einschätze – dass das ursprünglich nie milch gewesen sein muß, es reichen ja die _bestandteile_. könnten demnach auch gras, fleisch oder alte autoreifen gewesen sein, solange nur die bestandteile gleich sind.

weiter stolpere ich über die formulierung „mit ausgewähltem weizenmehl gebacken“. ist „ausgewählt“ irgend ein prädikat? ich trage heute auch ein ausgewähltes t-shirt. hab ich heute morgen frisch ausgewählt! joa!

auch schön ist der claim „so lecker wie vom bäcker!“. und hier ist ganz klar: ins silo mit dem ausgewählten mehl würde ich ihn werfen, wenn er sowas backen würde.

noch etwas: liest man bei wikipedia zum thema croissant nach, ist dort die rede von einem gebäck aus mehrfach ausgerolltem und gefaltetem plunderteig, mit eingearbeiteten schichten von butter.
aus meiner sicht hat dieses machwerk mit einem klassischen croissant somit wenig gemeinsam. wenngleich man das hörnchen schön schichtweise abknibblen kann. muß also doch irgendwie was dran sein. vom querschnitt her erinnert das produkt allerdings weniger an ein croissant, sondern eher an einen dieser holz-bauklötze: quadratisch und praktisch.

insgesamt gesehen ist dieses hörnchen sicher eines der heißesten trash-produkte, die ich jemals gegessen habe. so lecker wie vom bäcker.